In einem Schweige-Retreat oder beim Waldbaden Achtsamkeit aufzubringen, ist nicht sonderlich schwierig.
Meist gleicht unser Alltag jedoch viel eher einer lauten Chilbi als einer ruhigen Waldlichtung.
Drum lohnt es sich, Fähigkeiten wie Achtsamkeit, Selbstwahrnehmung oder Zentrierung nicht nur in ruhigen Momenten zu üben, sondern auch in herausfordernden, dynamischen Situationen.
Wie gut gelingt es mir, mich selbst wahrzunehmen, wenn es laut wird?
Wenn ich unter Druck gerate?
Wenn ich mich ärgere?
Spüre ich dann noch, was ich brauche?
Kann ich meine Grenzen wahrnehmen und ausdrücken?
Je schneller, lauter und hektischer die Welt um mich herum wird, desto wichtiger ist es, in mir selbst verankert zu bleiben.
Nur so kann ich einigermassen souverän handeln, statt bloss zu reagieren.
Playfight bietet uns ein Übungsfeld, wo wir genau dies erforschen können – spielerisch, körperlich und in Beziehung zu anderen Menschen.
Wenn wir in einen Konflikt geraten, vergessen wir leicht, dass unser Gegenüber, trotz unterschiedlichen Wünschen, Meinungen oder Absichten ein Mensch mit Bedürfnissen ist – genau wie wir.
Vielleicht möchte ich Nähe, während du Distanz brauchst.
Vielleicht möchte ich Austausch, während du Stille brauchst.
Wenn mir klar wird, dass wir gerade unterschiedliche Bedürfnisse haben, eröffnet sich ein anderer Handlungsspielraum.
Ich kann für mich einstehen und gleichzeitig versuchen, dich zu verstehen.
Wenn wir uns mit unseren vielleicht sogar gegensätzlichen Bedürfnissen oder Absichten bewusst begegnen, kann eine Verbindung entstehen, die nicht nur spannender sondern auch viel tragfähiger ist als eine Pseudo-Harmonie.
Dies macht Playfight für mich so wertvoll.
Denn wenn mein Körper von Adrenalin durchflutet wird, mein Ehrgeiz erwacht oder ich mich bedroht fühle, ist es gar nicht so einfach verbunden zu bleiben.
Dann möchte mein System vielleicht lieber kämpfen, fliehen oder erstarren.
Kann ich auch dann noch wahrnehmen, was uns verbindet?
Playfight schenkt uns einen Raum, in dem ich erforschen kann, wie ich mich zumute, meine Kraft spüre, meine Ziele verfolge und für meine Grenzen einstehe – ohne dabei die Verbindung zu mir selbst oder zu meinem Gegenüber aufgeben zu müssen.
Ich darf stark sein und gleichzeitig achtsam bleiben.
Ich darf mein eigenes Ziel verfolgen und gleichzeitig in Beziehung bleiben.
Ich darf mich verletzlich zeigen, ohne Angst zu haben, deswegen beschämt zu werden.
Manchmal merke ich erst im Nachhinein, dass ich meine Grenze überschritten habe.
Manchmal fällt es mir schwer, mich zu zeigen, wenn mein Gegenüber viel Raum einnimmt.
Vielleicht halte ich mich zurück, obwohl ich eigentlich mehr Kraft einsetzen möchte.
Oder ich werde so ehrgeizig, dass ich kaum noch wahrnehme, wie es mir und dem anderen geht.
Im geschützten Rahmen des Playfight können solche Muster sichtbar werden.
Das gibt uns die Möglichkeit, etwas Neues auszuprobieren.
Für mich ist Playfight deshalb Friedensarbeit, Konfliktkompetenz-Training und eine Königsdisziplin der Achtsamkeitsschulung.
Gerade weil es manchmal wild, intensiv und herausfordernd sein kann.
Frieden bedeutet für mich nicht, dass wir keine Konflikte haben.
Frieden bedeutet, dass wir lernen, mit unseren Unterschieden umzugehen, ohne uns selbst oder andere dabei zu verlieren.
Dass wir Grenzen setzen können, ohne die Beziehung abzubrechen.
Dass ich mich selbst ernst nehmen und gleichzeitig mit dir verbunden bleiben darf.
Je besser ich mit mir selbst in Kontakt bin, desto eher kann ich auch dir wirklich begegnen.
Je mehr ich mich dir zumute, desto mehr wirst auch Du es wagen, Dich ganz zu zeigen.
Ich freue mich auf einen Playfight mit Dir!
Hier findest Du die nächsten Termine: https://www.raumfuerverbindung.ch/agenda

